Eine Reise neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Müde bin ich, vom Reisen, vom Koffer packen, von den Hostels, von den schlechten Betten, den Gelsen im Zimmer, den eisigen Klimaanlagen, den kalten Duschen, den nicht ganz sauberen Bettlaken, dem schlechten Frühstück, …

Ich will an einem Ort bleiben, ein bisschen Komfort. Aber will ich wirklich zurück?
Unzählige Namen haben diese Reise geprägt. Emily, Alejandro, Edmario, Renato, Ricardo, Mariana, Angélica, Josi, Elilis, Taísa, Franklin und seine Familie, Marceu, Paul, Alicia, Joham, Guto, Jaime…
Und das sind nur diejenigen, mit denen ich etwas mehr Kontakt hatte. Unzählige Geschichten, Persönlichkeiten und Erfahrungen.
Ich würde gerne bleiben, aber nicht mehr Reisen. Rio und Recife haben mich am meisten bewegt. Trotz aller Probleme in diesem Land. Will man wirklich in einem Land bleiben, in dem man am Abend nicht ohne Taxi vor die Tür gehen kann? Ein Land, in dem das Mindesteinkommen bei einem Drittel von dem in Österreich liegt, die Preise aber fast die gleichen sind? In dem Korruption und Gewalt zur täglichen Routine in den Nachrichten gehört?
Es ist aber auch ein Land mit wunderschönen Sachen, einer schönen Natur, traumhaften Stränden. Aber was den Unterschied macht sind die Leute. Die Leute reden miteinander, man kommt ins Gespräch, man schließt neue Freundschaften. Man muss sich nicht ewig kennen um Spaß miteinander zu haben, man unterhält sich, man genießt den Tag oder Abend miteinander​, man sieht sich wieder.
Wie soll ich also von diesem Volk Abschied nehmen, wenn ich mich hier irgendwie zuhause fühle…